Jakobskreuzkraut

30.07.2021
Aufruf an alle Grundstücksbesitzer

Jakobskreuzkraut

Gefahren durch giftiges Jakobskreuzkraut

Erneut müssen wir leider auf die Gefahren durch das giftige Jakobskreuzkraut aufmerksam machen, dessen massive Ausbreitung auch in unserem Landkreis, insbesondere in unserer Gemeinde, besorgniserregende Ausmaße annimmt.

Die auch als Greiskraut bekannte Pflanze produziert sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, um Fressfeinde abzuwehren. Diese können schon in geringen Mengen Leberkrebs verursachen und reichern sich als sogenannte kumulative Umweltgifte im Körper an. In größeren Mengen führen sie in kurzer Zeit zu lebensgefährlichen Leberschäden.

Darüberhinaus wirken alle Teile der Pflanze und deren Samen embryonenschädigend und sogar erbgutverändernd. Grasfressende Tiere, insbesondere Pferde und Rinder, reagieren sehr empfindlich. Sobald Symptome sichtbar werden, sind Heilungschancen meist vertan. 

Das vielerorts am Wegesrand wuchernde Jakobskreuzkraut wird auch zunehmend zu einem Problem für den Menschen, denn Spuren seines Giftes tauchen immer öfter in Nahrungsmitteln auf.

Über Bienen gelangen die giftigen Pyrrolizidinalkaloide in geringer Dosis in den Honig und gefährden mit gleichem Krankheitsgeschehen den Verbraucher. Kinder sind besonders empfindlich. Auch Milch, Eier, Pflanzentees und Salatmischungen sind betroffen.

Die normalerweise von Juni bis September leuchtend gelb blühenden Pflanzen verbreiten sich durch ihr extrem hohes Samenpotential und ihre höchst anspruchslosen Standort- und Klimabedingungen explosionsartig aus, sofern nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 150.000 Samen mit einer Keimfähigkeit von bis zu 20 Jahren produzieren. Ihre Flugsamen verbreiten sich über Wind und durch Verschleppung über Fahrzeugen und Weidetiere. Mit ihren Haftflächen kontaminieren sie nachbarschaftliche Gras- und Wiesenflächen, die der Futtermittelgewinnung dienen oder aktuell beweidet werden. Die Flugsamen werden so zur Gefahr, selbst wenn der Bewirtschafter auf seinen Flächen gegen die vegetative Ausbreitung vorgeht.

Durch den milden Winter und das warme Frühjahr blüht das Jakobskreuzkraut zum Teil schon jetzt im Mai. Eine rasche Bekämpfung ist also dringend erforderlich.

Im Sinne des Tier- und Verbraucherschutzes ist es notwendig, dass zumindest Schnitt- bzw. Mulchmaßnahmen unbedingt vor Aussamung umgesetzt werden. Pflanzen, die bereits blühen, können im abgemähten Zustand noch nachreifen (sog. Notreife). Untersuchungen belegen, dass mit zweimaligem Schnitt pro Jahr, also jeweils Schnitt vor der Blüte, das Jakobskreuzkraut zurückgedrängt werden kann. Um eine tausendfache Aussamung durch Notreife nach Schnitt und einen Mehraufwand in den nächsten Jahren zu verhindern, ist eine sichere Entsorgung der im Blütenstand gemähten Kreuzkräuter erforderlich. Größere Mengen sollten über die Kompostanlage Guggenberg entsorgt werden, kleine Mengen auch über den Hausmüll (graue Tonne).  Über den normalen Kompost dürfen die Pflanzen wegen der Giftwirkung und der Notreife nicht entsorgt werden. Bei Auftreten von Einzelpflanzen ist Ausreißen oder Ausstechen die sicherste Bekämpfungsmethode. Die Pflanzen müssen komplett mit Wurzeln beseitigt werden, sonst treiben sie erneut aus.

Zur weiteren Information steht unter http://www.ak-kreuzkraut.de/ (Infomaterial) ein Flyer zum Download bereit.

Jakobskreuzkraut sicher bestimmen

Im Grunde ist das Jakobskreuzkraut recht einfach von anderen, ähnlichen Pflanzen zu unterscheiden. Für eine sichere Bestimmung sollten Sie weniger auf die Blüten als vielmehr auf die charakteristisch ausgebildeten Blätter achten. Während der Blütenkopf mit anderen gelben Blüten leicht verwechselt werden kann, sind die gefiederten Blätter äußerst ausgeprägt, ebenso wie die typische, dicht am Boden befindliche Blattrosette. Eine Identifizierung des Krauts lediglich über Fotos und Bilder kann dabei in die Irre führen. Nehmen Sie diese daher nur als ersten Anhaltspunkt und kontrollieren Sie konkrete Bestimmungsmerkmale sorgfältig. Für einen ersten Anhaltspunkt haben wir Ihnen die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale aufgelistet, um die Giftpflanze sicher zu bestimmen.

Typische Merkmale im Überblick

  • zweijähriges oder mehrjähriges Kraut
  • bildet Faserwurzelsystem aus, tiefe Pfahlwurzel
  • aufrecht wachsend
  • zwischen 30 und 80 Zentimeter hoch
  • Stängel verzweigt, tief gerillt, spärlich behaart, im unteren Bereich rötlichbraun gefärbt
  • bildet im ersten Jahr eine dichte Rosette aus dunkelgrünen, tief gefiederten Blättern
  • diese ist recht unauffällig, wird oft übersehen
  • Rosette verschwindet oft im zweiten Jahr
  • Pflanze weist dann nur Stängelblätter oder Rosette und Stängelblätter auf
  • jedes Einzelblatt besitzt großen, stumpfen Endlappen
  • unangenehmer Geruch der Blätter
  • Blätter sind nicht behaart
  • bis zu 120 Zentimeter hoher Blütenstängel und buschiger Wuchs erst im zweiten Standjahr
  • Blütezeit Juni bis August/in manchen Regionen bis Oktober
  • doldentraubige Blüte: eng zusammensitzende Blüten mit Blütenstielen unterschiedlicher Länge
  • leuchtend gelbe Farbe, Tönung jedoch standortabhängig unterschiedlich hell / dunkel
  • einzelne Blütenköpfchen zwischen 15 und 20 Millimeter im Durchmesser
  • ausgeprägtes Blütenherz, meist 13 Zungenblüten
  • Anzahl kann jedoch variieren

Kategorien: Pressemitteilung Gemeinde Leidersbach

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